Zubereitung von Masala Chai

Es gibt keine allgemeingültige Zubereitungsmethode für Masala Chai – je nach Region oder Klima variiert die Rezeptur. In Indien haben viele Familien ihr eigenes gehütetes Rezept. Um deine eigene "Geheimrezeptur" zu kreieren, benötigst du folgende Grundkomponenten:

· schwarzen Tee (z.B. einen kräftigen Assam CTC-Tee);

· Vollmilch mit möglichst hohem Fettgehalt
  (ev. mit Rahm/Sahne ergänzen);

· ein Chai Masala (ungemahlene Chai-Gewürze
  wie z.B. Zimtstangen, grüne Kardamomkapseln,
  frische Ingwerwurzel, Gewürznelken, schwarze
  Pfefferkörner, Langpfeffer, Fenchelsamen, Muskatnuss);

· ein Süßungsmittel (z.B. Vollrohrzucker).

Als Arbeitsgeräte benötigst du

· einen Kochtopf;

· eine Feuerstelle (oder Herd);

· ein Teesieb;

· eine Teekanne (oder einen zweiten Topf);

· einen Stein-Mörser (zum groben Zerkleinern der Gewürze).

Bei der Zubereitung von Masala Chai solltest du ganze Gewürze zuerst in einem Mörser grob zerkleinern und dann in einem Gemisch aus Wasser und sahniger Milch im Verhältnis 1-2:1 in einem Topf solange köcheln lassen, bis die ätherischen Öle frei gesetzt werden - die Gewürzaromen werden dabei vom Milchfett gebunden. Zimtrinde und getrocknete Wurzeln benötigen die längste Kochzeit, Samen und Früchte wie Fenchel, Kardamom oder schwarzer Pfeffer brauchen weniger lange. Falls du frische Ingwerwurzel verwenden möchtest, solltest du diese ebenfalls im Mörser zerstampfen und erst gegen Ende der Kochzeit zugeben, da sie sonst "tot gekocht" würde.

Den Topf nun vom Feuer oder Herd nehmen und dann je nach gewünschter Stärke schwarzen Tee zugeben und das ganze dann je nach verwendeter Teesorte 1-5 Minuten ziehen lassen. CTC-Tees, Dusts, Fannings oder Broken-T
ees nur sehr kurze Zeit, orthodox hergestellte Blatttees etwas länger ziehen lassen. In jedem Fall den Tee immer nur ziehen lassen, nicht mitkochen. Zu guter Letzt wird das Ganze durch ein Sieb in eine Kanne o.ä. abgeseiht – fertig ist der Masala Chai!

Noch ein wichtiger Hinweis: Falls du mit Honig süßen willst, diesen erst in den trinkfertigen Chai geben (ca. 60 Grad Celsius), niemals mitkochen, weil sonst schädliche Stoffe entstehen.

Als Chai Masala ist alles erlaubt, was schmeckt! Für die weniger experimentierfreudigen unter euch gibt es fertige Chai Masalas hier im Online Bazar. Der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt: Gewürzmischungen mit schwarzem oder grünem Tee; und wer Koffein meiden möchte, kann zwischen Chai Masalas mit Rooibos oder reinen Gewürzmischungen (ohne Tee) wählen.

Alle angebotenen Produkte stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, das heißt sie sind pestizidfrei. Zudem sind sie fair gehandelt (mit oder ohne FairTrade-Zertifizierung).


Chai-Gewürze

Im Orient werden Gewürze seit Menschengedenken als magische Zaubertränke, Parfüms, Aphrodisiaka, Arzneien und nicht zuletzt als kulinarische Bereicherung verwendet. Indien ist die Heimat vieler Gewürzpflanzen, die besonders üppig in den bergigen Regenwäldern an der Malabarküste gedeihen, die auch "Pfefferküste" genannt wird. Sie war ein begehrtes Ziel in der unrühmlichen Vergangenheit europäischer Seefahrernationen auf der Suche nach Weltmacht durch Handel mit kostbaren Gewürzen.

Im altindischen Ayurveda (Sanskrit: "Wissen vom Leben") haben die klassischen Chai-Gewürze wie Zimt, Kardamom, Ingwer, Gewürznelken oder Pfeffer ihren festen Platz. Gemäß der ayurvedischen Theorie von den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha (Tridosha) beeinflussen Gewürze unsere individuelle Ausprägung von Vata, Pitta und Kapha. Auch die Geschmacksqualität (Rasa), die wir unmittelbar auf der Zunge wahrnehmen können, hat einen Tridosha-Effekt. Die typischen Chai-Gewürze sind in der Regel von bitterem, süßem oder scharfem Geschmack. Ein weiteres Kriterium ist die Temperaturqualität (Virya) der Gewürze. Ein Chai Masala kann je nach Komposition eine kühlende oder wärmende Wirkung entfalten. Verschiedene Chai-Gewürze lassen sich aber auch so kombinieren, dass sich ein ausgleichender Effekt einstellt. Nähere Angaben über die Wirkungsweise eines Chai-Gewürzes aus ayurvedischer Sicht findest du in der jeweiligen Produktbeschreibung.

Chai-Gewürze sollten einen möglichst hohen Gehalt an ätherischen Ölen haben. Deshalb findest du in unserem Sortiment nur ungemahlene Gewürze, damit sich die aromagebenden Essenzen nicht vorzeitig verflüchtigen. Die Würzkraft bleibt somit auch bei längerer Lagerung optimal erhalten. Tipp: Wenn du für die Zubereitung von Masala Chai die Gewürze vor dem Kochen in einem schweren Mörser aus Stein zerstößt, werden die ätherischen Öle noch effektiver freigesetzt. Gute Mörser gibt es z.B. in vielen Asialäden zu kaufen.

Die Gewürze sollten unbedingt vor Licht geschützt aufbewahrt werden – am besten im Schrank. Empfehlenswert sind aber auch Behältnisse aus Violettglas.


Tee, Kräuter & Gewürze aus Bio-Anbau (kbA)

Beim Chai Baba findet ihr ausschließlich Tee, Kräuter und Gewürze, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kurz Bio-Anbau stammen. Für uns eine Selbstverständlichkeit, denn wir wissen aus eigener Erfahrung: Bio schmeckt besser! Und wir glauben, dass niemand seinen Lieblingstee wirklich bewusst genießen kann, wenn Pestizide, Chemie-Dünger oder andere "Zaubermittel" bei der Herstellung mit im Spiel sind. Uns schmecken Bio-Chai und Bio-Kräutertee aber noch aus anderen Gründen besser:

Bei der Wahl von Produkten aus Bio-Anbau geht es ja nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern auch um das Wohl derjenigen Menschen, die unmittelbar mit der Erzeugung zu tun haben. Viele Berufskrankheiten lassen sich auf den verantwortungslosen Umgang mit Chemikalien beim Anbau oder bei der Weiterverarbeitung zurückführen. Ganz zu schweigen von den Umweltbelastungen, die aus dem Einsatz von Pestiziden & Co resultieren. Wir vom Chai Baba vertreten daher den Standpunkt: Bio ist besser für Mensch und Natur!

Beim Bio-Anbau wird bekanntlich auf Pestizide und Chemie-Dünger rigoros verzichtet. Dies führt jedoch im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft zu einer geringeren Produktivität, das heißt geringere Ernteerträge bei höherem Arbeitsaufwand. Dabei handelt es sich meistens um Arbeiten, die nicht von Maschinen, sondern von Menschenhand verrichtet werden müssen. Bio-Anbau schafft also einerseits Arbeitsplätze, aber es fallen andererseits höhere Produktions- bzw. Lohnkosten an, was sich nur durch höhere Preise auffangen lässt. Trotzdem sind immer mehr aufgeklärte und qualitätsbewusste Menschen bereit, den etwas höheren Preis für Tee, Kräuter, Gewürze und andere Produkte aus Bio-Anbau zu zahlen.


Aufbewahrung von Tee, Kräutern & Gewürzen

Zur Teeaufbewahrung eignen sich normale Lichtschutz- & oder Violettgläser (MIRON) grundsätzlich besser als die meist schöneren Teedosen. Das gleiche gilt für getrocknete Kräuter und Gewürze. Die Aufbewahrung in Blechdosen führt zu schnelleren Alterungseffekten: die aromatragenden ätherischen Öle schwinden und der Geschmack des Tees oder der Kräuter und Gewürze wirkt muffig.

Wenn du jedoch Aromaschutz und Ästhetik verbinden willst, ist die Aufbewahrung in einer fest zugerollten Kunststoffverpackung innerhalb einer Teedose die optimale Lösung. Der aromaschädliche Luft- und Metallkontakt wird minimiert. Bei dieser Art der Aufbewahrung ist dir für viele Wochen oder gar Monate ungetrübter Genuss garantiert!


Das "Geheimnis" des Masala Chai

Chai bezeichnet in großen Teilen Asiens eine Zubereitung aus Heißwasser und schwarzem Tee, den es in vielen verschiedenen Variationen gibt. Der Begriff ist abgeleitet vom chinesischen Wort Chá (= "Tee"). Masala Chai ist ein Gewürztee, der aus schwarzem Tee, frischer Milch, Gewürzen sowie Zucker besteht. Masala (stimmloses s und Betonung auf dem zweiten a) ist das Hindi-Wort für Gewürz(e). In Indien – vor allem im Norden – ist Masala Chai oder einfach Chai weit verbreitet; wenn du irgendwo zu Gast bist, dauert es keine zehn Minuten und dir wird frisch zubereiteter Chai serviert werden. Er ist das Symbol für Gastfreundschaft.

Chai wird in Indien vielerorts als gesüßter Milchtee mit reichlich starkem Schwarztee, aber ganz ohne Gewürze zubereitet. Guter Masala Chai wird allerdings mit ein wenig grünem Kardamom gewürzt oder – besonders in der kalten Jahreszeit – mit frisch zerstampfter Ingwerwurzel gekocht. Für viele Inder und Inderinnen ist die Verwendung von Gewürzen weniger eine Geschmacks- als eine Geldfrage ... besonders der grüne Kardamom ist teuer und ein mit diesem Masala veredelter Chai duftet immer ein wenig nach Luxus.

Allerdings finden wir im nordindischen Punjab ("Fünf-Strom-Land") einen Masala Chai, der nach ayurvedischen Prinzipien aus bis zu fünf Gewürzen komponiert ist – dieser Punjabi Chai kann als das Vorbild für den Gewürztee betrachtet werden, wie er seit Ende der 60er Jahre bei uns im „Westen“ immer populärer geworden ist. Aus dem Punjab stammt übrigens der Yogadozent und spirituelle Lehrer Yogi Bhajan, der seinen berühmten Yogi-Tee 1967 in Kalifornien entwickelt haben soll.

In Nordamerika werden die Bezeichnungen "Chai" und "Yogi Tea" weitgehend synonym verwendet. Er wird gern mit Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und Langpfeffer (Pippali), aber mit nur sehr wenig schwarzem Tee zubereitet. Dieser Masala Chai hat wenig Koffein und ist daher in seiner Wirkung nur mäßig anregend. Andererseits gleicht der schwarze Tee die erhitzenden Eigenschaften der "heißen" Gewürze aus. Er wurde vor allem in den vielen Yogazentren Kaliforniens getrunken, die in den 60er Jahren überall wie Pilze aus dem Boden schossen. Besonders beliebt war er bei den Blumenkindern der Flower-Power-Bewegung - nicht zuletzt wegen seiner energiespendenden und entgiftenden Wirkung.


"Zauber-Chai"

Ein Masala Chai lässt sich ganz einfach in einen köstlichen „Zauber-Chai“ verwandeln – z.B. mit einem Spritzer Sensatonics Likör oder Bitter - es schmeckt magisch!

Wegen des Gehalts an Ascorbinsäure (Vitamin C) sind die Kicks von Sensatonics (Kokmok, Moonwalk, Venuswave) zum Mixen mit Masala Chai ungeeignet, weil die Milch ausflocken würde.


Räuchermethoden

Beim Räuchern lässt man aromatische Pflanzensubstanzen wie Harze, Hölzer, Rinden, Blätter, Nadeln, Wurzeln, Blüten und Kräuter langsam über einer Wärmequelle verglühen. Es gibt grundsätzlich zwei Methoden des Verräucherns. Weit verbreitet ist die Verwendung von selbstzündender Räucherkohle. Hierfür wird etwas Sand auf den Boden eines Räuchergefäßes gestreut – ohne Sand könnte das Gefäß sehr heiß werden. Dann wird eine Holzkohletablette aufrecht in den Sand gestellt und an einer Seite angezündet. Durch den Selbstzünder-Mechanismus fängt bald die ganze Tablette an zu glühen. Sobald sich an der Oberfläche eine grau-weiße Schicht bildet, wird die Tablette umgelegt, mit der Mulde nach oben. In diese Mulde werden mit einem geeigneten Löffelchen oder mit den Fingerspitzen behutsam Harze, Hölzer, Kräuter oder fertige Mischungen gegeben. Diese Stoffe verglimmen und es bildet sich Rauch, der formenreich nach oben steigt. In alten Zeiten wurde in jedem Haus ein Feuer unterhalten - so hatten die Menschen immer glühende Kohle oder Holzglut, worauf sie Harze oder Kräuter verräuchern konnten.

Relativ neu ist das Verräuchern über einem Teelicht - eine Methode aus der Aromatherapie. Ein feinmaschiges Sieb wird in einem Abstand von etwa 5 bis 7 cm über einem Teelicht fixiert. Hierfür eignen sich Aromalampen, von denen die Schale abgenommen werden kann oder spezielle Räucherstövchen mit Sieb. Die Kräuter oder Harze werden direkt auf das Sieb gegeben. Durch die aufsteigende Hitze der Kerzenflamme werden sie langsam verglimmen. Bitte darauf achten, dass das Sieb nicht zu tief über der Kerze liegt - die Kräuter, Hölzer oder Harze könnten sich entzünden. Ich bevorzuge die Methode des sanften Verräucherns mit Edelstahlsieb und Teelicht, die besonders gut für kleinere Räume geeignet ist. Die Kräuter und Hölzer geben die ätherischen Substanzen unaufdringlicher an die Umgebung ab und das bedeutet: mehr Duft und weniger Rauch!

Alle Räucherstoffe solltest du vor Gebrauch in einem Mörser zerreiben – sie entfalten dann ihre ganze Aromakraft.

Zum Reinigen des Siebes einfach eine Flamme direkt an die Rückstände halten und ausbrennen oder "ausräuchern". Sehr nützlich ist eine kleine Drahtbürste, mit deren Hilfe du die ausgebrannten Rückstände leicht ausbürsten kannst.